Fatale Folgen

Die Fülle an negativen Einzelaspekten, die mit unserem Bildungswesen einhergehen, sind gegenüber den meisten unserer Mitmenschen bereits dermaßen monströs angewachsen, dass sie nicht einmal mehr als gesellschaftschädigend wahrgenommen werden.


Das fängt schon mit der Einschulung an. Hier liefert die altersabhängige Schulzwangsrekrutierung, gegenüber Kindern mit Entwicklungsrückständen, Sprachhemmnissen oder geringer Selbstständigkeit genug Potenzial, um derart vorbelasteten Mädchen und Jungen, bereits zu Beginn ihrer „Schulkarriere“ wegweisend zu schädigen.  Dazu bedarf es lediglich der üblichen Praxis, alle Kinder eines Jahrgangs unterschiedslos mit gleichen Leistungsanforderungen zu behandeln, um „erfolgreich“ sicherzustellen, dass diese noch entwicklungsgehemmten Kinder den Stoff- bzw. Sozialanschluss verlieren, wie es üblich ist, wenn diese Kinder sitzenbleiben oder "nur noch" den inzwischen weitgehend stigmatisierenden Übergang zu einer Hauptschule schaffen.


Dabei sind diese betroffenen Kinder gewiss nicht dümmer, sondern benötigten lediglich mehr Zeit und etwas mehr Zuwendung, um dieselben Ziele erreichen zu können, wie ihre weniger vorbelasteten Mitschüler/innen.
   doppelt

Nebenbei bemerkt ist Lernen stets ein Prozess, der sich am erfolgreichsten auf der Beziehungsebene abspielt. Daher sind erstgeborene Kinder nachgewiesenermaßen in vielen Bereichen des Lebens deshalb erfolgreicher, da ihnen als Erstgeborene gewöhnlich mehr intensivere Aufmerksamkeit gewidmet wird, als ihren nachfolgenden Geschwistern. Ähnlich vergleichbar mit Kindern/Jugendlichen elitärer Privatschulen, die aufgrund wesentlich kleinerer Lerngruppen mehr individuelle Aufmerksamkeit erfahren, wie es innerhalb unserer schulischen Massenabfertigungsbetriebe systembedingt gar nicht möglich ist.

Zudem stehen Privatschulen aufgrund von elterlichen Erwartungsansprüchen und finanziellen Eigeninteressen der Schulbetreiber, einschließlich der angestellten Lehrkräfte, geradezu in der Pflicht, sich im Gegensatz zu Regelschulbetrieben, weit intensiver um Lernerfolge zu bemühen. 

Da unser Schulsystem, von wenigen Inklusionsbemühungen abgesehen, keine Individual-Förderungen vorsieht, wird zahlreichen Kindern bereits in dieser frühen Phase der tragische Grundstein, hinsichtlich fehlendem Selbstvertrauen durch gravierende Anerkennungsdefizite, gelegt. Aber auch die vermeintlich guten und erfolgreichen Schüler/innen haben kaum Grund zum Jubeln, denn die überwältigende Mehrheit aller Grundschüler/innen wird bereits frühzeitig durch familiäre Erwartungshaltungen massiv unter Leistungsdruck gesetzt. Wobei derartige Erwartungshaltungen oft nur die eigenen Verlustängste der Eltern widerspiegeln. Und tatsächlich sonnen sich erkennbar etliche Mütter und Väter im Erfolg ihrer Kinder, um sich darin ein Stück weit aus ihrer eigenen Mittelmäßigkeit zu erheben, während die Bessergestellten nicht weniger als die Fortsetzung ihrer eigenen erzielten Erfolge erwarten.

 

Diesem Erwartungsdruck können naturgemäß keine noch so gelehrigen Kinder entsprechen. Zudem werden sie später mit Leistungsbewertungen konfrontiert, die dem Grunde nach gar nicht mess- oder vergleichbar sind und daher eher von Sympathien oder Tageslaunen der Lehrkräfte abhängig gemacht werden. Denn wenn ein Kind nun mal kein musikalisches, künstlerisches Talent besitzt, kann es sich noch so abmühen wie es will, es kommen gesanglich dennoch überwiegend schiefe Töne aus dem Mund.

 

Ähnlich dürften rundlich geratene Kinder mit ihren ungelenken Bewegungen, nicht mal ansatzweise jene wohlwollende Aufmerksamkeit und Noten erzielen, wie die anmutig wirkenden Bewegungen schlanker Kinder. Und letztlich gibt es fast immer Unterrichtsfächer, die weder interessieren noch dem Naturell eines jeweiligen Kindes entsprechen.

 

Insofern erfährt  nahezu jedes Kind im Laufe seiner Schullaufbahn demütigende Noten, die bei entsprechender Ansammlung dem Kind signalisieren, dass es die gestellten Erwartungen nicht erfüllt hat. Kinder erfahren diese Seelenfolter - trotz zeitintensiver und kostenträchtiger Nachhilfestunden - in dem Bewusstsein, versagt zu haben. "Bescheidene" Noten stellen insoweit weitere Steigerungen dar, um das eigene Selbstwertgefühl tiefer und tiefer in den Keller zu ziehen.

 

Dieser Verlust  kann so weit reichen, um jedes Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu zerstören und trifft somit auch jene großartigen Bereiche, in denen Kinder oder später als Erwachsene eigentlich ausgesprochen talentiert wären.  Denn ja, ausnahmslos jedes Kind verfügt wie jeder Mensch über besondere Stärken und Talente, die in unserem nivellierenden Schulwesen leider zu oft und gründlich unter all dem eingetrichterten Wissensmüll verschüttet werden.

 

Dieses Drama der seelischen Selbstzerstörung erfährt im autoritären Führungsstil und pädagogischen Unverständnis eines Großteils unserer Lehrer/innen weitere Fortsetzungen. Wobei hier bitte niemand den Eindruck zurückbehalten möge, als ob Lehrer per se gegen Kinder arbeiten möchten. Nein, sie sind gleichfalls Gefangene des Systems, unserer "Normalität" und den darin enthaltenen Lehrplanvorgaben. Denn statt Kinder in ihrem Können zu bestärken und sie damit zu eigenen Leistungssteigerungen zu motivieren, wird der Focus pädagogischen Eifers in die verbale und notengebende Kritik jener Lehranteile gesetzt, die von Schulkindern noch nicht verstanden wurden. Eine Fehlleistung sondergleichen, um Kinder möglichst "erfolgreich" zu demotivieren und ihnen zu demonstrieren wie unfähig, bzw. unwertig sie doch sind.

 

Es dürfte für jeden von uns nachvollziehbar sein, wenn wir uns selbst die Frage vor Augen führen, ob uns eher eine positive Bestätigung als eine negative Kritik zu einer erhöhten Leistungsbereitschaft inspirieren würde?

 

Hinzu kommt die weitere Belastung, als Schüler/in über Jahre hinweg widerspruchslos den Anweisungen von Lehrkräften ausgeliefert zu sein, die totalitär darüber bestimmen, mit was, wann, wie und mit wem sich Kinder in der Schule zu beschäftigen haben, ohne die Unterrichtsgestaltung jemals selbst mitgestalten zu dürfen und ihren Mund im Idealfall nur zu öffnen haben, wenn sie dazu aufgefordert werden. Womit jeder Ansatz von Spontanität, Motivation, Kreativität, Selbstbestimmung, Demokratieverständnis und Bedürfnis des innovativen Hinterfragens bereits gründlich im Keim erstickt wird.

 

Wer es dennoch wagt, Unverstandenes wiederholt zu hinterfragen, wird nicht selten gleich vor der gesamten Klasse mit zurückweisenden Bemerkungen der Lächerlichkeit preisgegeben.
Womit auch in unserer „modernen“ Gegenwart nach preußischem Vorbild, jener ideale Menschentypus herangezüchtet wird, der auch später beim Militär oder im Berufsleben vor Vorgesetzten möglichst unwidersprochen Anweisungen erfüllt. Daher übrigens auch der frühere Begriff „züchtigen“, um Kinder in eine gewünschte Richtung zu verbiegen.

 

Sie werden quasi zu obrigkeitshörigem "Duckmäusertum" konditioniert, bei dem die angepassten Speichellecker gegenüber widerspenstigen Störenfrieden stets bevorzugt behandelt werden. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass die vermeintliche Aufsässigkeit oft nur eine notwendige Abwehrreaktion darstellt, mit der junge Menschen um die verbliebenen Reste ihrer Selbstbehauptung kämpfen. Doch statt aufmerksamer Zuwendung, erfahren sie mit ihren Widerstandsreaktionen gewöhnlich noch schroffere Zurückweisungen. 

 

Allein diese Tortur langanhaltender An,- Zurecht,- und Zurückweisungen im Zusammenspiel unterdrückter Selbstständigkeit und ungeübter Demokratiepraxis, über die gesamte Phase der Kindheit und Jugend hinweg, geht an niemanden spurlos vorbei. Dabei nehmen wir die damit verbundenen Schädigungen dank unseres natürlichen Verdrängungsvermögens nicht oder nur mehr verklärt wahr, obwohl sie wie ein schleichendes Gift Besitz über die Persönlichkeit der meisten Menschen ergreifen und weithin unter dem Begriff Anerkennungsdefizite oder mangelndes Selbstvertrauen bekannt sind.

 

Nur kämen wir nie auf die Idee, dieses Prädikat auf uns Erwachsene zu beziehen, sondern erkennen allenfalls in lebendigen Zappelkindern eine umstrittene Behandlungsbedürftigkeit. Dabei sind wir es selbst, die wir alle kindheitsgeschädigt sind, nun  glauben, auch von unseren Kindern ähnliche, wenn nicht sogar höhere Leistungsanforderungen stellen zu dürfen/müssen, mit denen auch wir uns durch unsere Schulzeiten quälen mussten. 

 

Eben, weil all die Härten, die mit unserer standardisierten Wissensvermittlung verbunden sind, über Generationen hinweg zu unserer Normalität gehörten. So sind etliche Lehrkräfte bekannt, die sich mit verbitterten Hinweis auf die eigene Schulzeit - dass auch ihnen nichts geschenkt wurde - teils vehement über gegenwärtige Erleichterungstendenzen für Schüler/innen beklagen.Völlig unnütze Geisterdebatten, da die meisten Bildungsmitwirkenden offenbar das wesentliche Ziel aller Bildungsbemühungen aus dem Blickfeld verloren haben. 

 

Dabei kann es doch niemals nur primär darum gehen, Schüler/innen mit zusammenhanglosen Wissensfragmenten zu überfrachten, um Abschlüsse zu erzielen, die nur zu geringen Anteilen wirtschaftserforderlichen Prozessen dienlich sind. Diese Orientierungslosigkeit entspricht auch den schwammig verfassten Begrifflichkeiten unserer bildungspolitischen Verantwortungsträger/innen, mit denen an "grünen Tischen" realitätsferne Lehrplanvorgaben einen Namen erhalten.

 

So lauten die politischen Schwerpunkthemen der Bildungspolitik gemäß Deutschem Bildungsserver:

 

  • Qualität
  • Bildung und Migration
  • Chancengleichheit im Bildungswesen
  • Informationsgesellschaft / Neue Medien
  • Informationskompetenz in Schulen
  • Lebenslanges Lernen (LLL)
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung – Weltdekade der Vereinten Nationen 2005 – 2014
  • Leseförderung
  • Demokratie und Partizipation lernen und leben

Unter Link-1 (PDF-Datei) oder Link-2 (PDF-Datei) finden Sie weitere wohlklingende Bildungsvor-gaben. 

 

Die UNESCO beschränkt sich in der Definition von Bildung darauf, "Bildung als eine organisierte und dauerhafte Form der Kommunikation mit dem Ziel, Lernerfolg zu realisieren“.

 

Und nun überprüfen Sie doch bitte einmal, inwiefern derartige Zielsetzungen Sie selbst oder Ihre Kinder jemals realistisch erreicht haben. Weiter dürfen wir uns die kritische Frage stellen, warum am Ende der regulären Schulbildung den meisten Schulabgängern jede berufliche Orientierung fehlt, um in Unkenntnis ihrer eigenen Person und Talenten eher nach dem Zufallsprinzip ihre zukünftige Berufswahl zu treffen? 

 

Womit einem Perpetuum Mobile gleich all die Negativbelastungen weiter in Kraft bleiben, wie sie hier und weit ausführlicher im Buch „Bildungsnot“ angesprochen werden. Nein, Bildung müsste vielmehr unsere Schulabsolventen befähigen, in Abhängigkeit ihrer Persönlichkeit ihre eigenen Stärken und Vorlieben zu erkennen, um zu wissen, wer sie sind, was sie ausmacht, wo sie stehen und wohin es sie drängt. Nämlich im Idealfall in berufliche Betätigungsfelder, die nicht mehr wie bisher vorwiegend der Einkommenshöhe oder Ansehen wegen ergriffen werden.

 

Der positive Nutzen auf die gesamte Gesellschaft müsste doch jedem einleuchten, wenn möglichst alle Menschen später in Berufsbereichen arbeiten könnten, in denen sie ihre freudvolle Erfüllung finden, statt berufliche Tätigkeiten als kräftezehrende Arbeitslasten zu verspüren. Der damit verbundene Seelenfrieden hätte es kaum mehr nötig, ständig nach "mehr weiter und höher" zu gieren. Diese in sich ruhenden Persönlichkeiten hätten demgemäß auch keinen Anlass, ihren zufriedenen und somit auch selbstgenügsamen Glückszustand gewaltsam verändern zu müssen.

 

Eine derart innere Harmonie würde dabei auch im bedeutsamen Umfang unseren Kindern zugutekommen, die nunmehr weit weniger den frustrierten Launen überforderter Eltern ausgesetzt wären. Denn in diesem Problembereich besteht gegenwärtig beträchtlicher Handlungsbedarf, wenn die Berufswahl der meisten Schulabgänger von gravierenden Anerkennungsdefiziten beeinflusst wird und mit deren Zufrieden- bzw. Unzufriedenheit auch unsere Kinder und die gesamte Gesellschaft betroffen bleibt. Wäre es anders, wären wir bereits ein Land von glückseligen Bewohnern, die ihre berufliche Erfüllung gefunden und es nicht mehr nötig hätten, eigene Kinder überforderungsbedingt zu misshandeln oder sie zurückweisend sich selbst und manchen höchst fragwürdigen Fremdbetreuungen zu überlassen.

 

Doch weit davon entfernt, erweist sich unser Land als Sammelbecken unglückseliger Neider, die ständig mit dem unzufrieden sind, was sie haben oder sind und ihre manifestierten Anerkennungsdefizite in der unersättlichen Anhäufung von materiellen Gütern, Macht oder Ehren-Ämtern zu kompensieren versuchen.

 

Wie erwähnt, erfolgt solch ein Kompensationsverhalten eher unbewusst und wird in der Regel zunächst mit einem abwehrenden „ich doch nicht“ zurückgewiesen. Aber wenn wir in einem stillen Moment mal in uns gehen und uns umschauen, was wir in welchen Mengen besitzen, werden wir, wenn wir ehrlich zu uns sind, feststellen, dass vieles davon unnötig ist und eher dazu dient, uns gegenüber unseren Mitmenschen schöner, reicher, ja einfach positiver darzustellen als es erforderlich wäre. Wenn wir der Frage nachgingen, warum es der Werbeindustrie so erfolgreich gelingt, uns mit falschen Versprechungen und teils auch offenen Lügen für immer neue Produkte oder Leistungen empfänglich zu machen, könnten wir schon eher ein Gefühl dafür entwickeln, dass dahinter die Sehnsucht nach einem glücklicheren Lebensgefühl und Wunsch gesehen/anerkannt zu werden steht. So könnten wir anerkennen, dass die Ursachen für all diese Zusammenhänge maßgeblich in unseren Kindheiten durch mangelnde Zuwendungen und unzähligen Zurecht- bzw. Zurückweisungen angelegt wurden.

 

Hier können wir mit mehr Bewusstheit endlich anfangen für unsere Bedürfnisse und ganz besonders für die der  jungen Menschen, den Grundstein für ein erfülltes und glückliches Leben zu setzen.

 

Da wir einen Großteil unseres Lebens mit Erwerbsarbeit verbringen und unsere Schulen unter dem überwachenden Augen unserer Staatsbehörden für sich beanspruchen, unsere Kinder auf diese Zeit vorzubereiten, sollte es für jeden von uns verbindliche Pflicht sein, die Qualität der erfahrbaren Bildungsbemühungen nicht nur zu überwachen, sondern gegebenenfalls auf erforderliche Korrekturen hinzuwirken. Doch dieses Korrektiv fehlt auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Selbst seitens unserer schulischen Elternverbände herrscht konspirativ anmutendes Schweigen, um nicht bildungspolitisch Einfluss zu nehmen.

Aus dieser Unterlassung heraus, hat sich erst die einseitige Verschiebung von Wirtschaftsinteressen auf dem Bildungssektor einschleichen können, obwohl sich der weit größere Teil unseres Lebens noch immer im bedeutsameren häuslichen, bzw. familiären Rahmen abspielen sollte, dort aber kaum noch Anerkennung findet, soweit es die weit komplexeren Aufgabenstellungen von Müttern oder Vätern betrifft. Was zur Folge hat, dass immer mehr Eltern ihre Kinder in fragwürdige Fremdbetreuungen geben, um ihre vermeintliche Erfüllung in beruflichen Herausforderungen zu suchen.

Doch tragischerweise sieht es hier bildungspolitisch trotz aller wirtschaftlichen Interessendominanz nicht besser aus, da in zurückliegenden Schulreformen versäumt wurde,
junge Menschen zu eigenständigen Persönlichkeiten heranzubilden, die im Wissen um die Dinge der Welt in der Lage wären, glücklich und in sich selbst ruhend ihr selbstbestimmtes Leben von eigener Hand zu lenken. Von solchen Zuständen sind wir  weit entfernt und so sehen auch die entsprechenden Folgen aus, um die es hier ja noch immer geht. So machen sich Anerkennungsdefizite in nahezu allen Berufsbereichen im gegenseitigen Konkurrenzgebaren aber auch im distanzierenden und bevormundenden Auftreten von Vorgesetzten für jeden nachvollziehbar negativ bemerkbar.

 

      Querdenker

 

                                                                 Augenweide für Querdenker

 

Die meisten Arbeitgeber bemerken nicht einmal, wie sie sich selber schaden, wenn sie mit ihren beherrschenden Weisungsansprüchen jeden Ansatz einer innovativen Mitarbeit ihrer Angestellten im Keim ersticken. Denn was gibt es innovativeres als motivierte Mitarbeiter, die neben ihrem Lohn zum Lebensunterhalt lediglich eine ehrliche Wertschätzung ihrer eingebrachten Leistungen oder Ideen benötigten, um die Bereitschaft zu steigern, mitunter über sich selbst hinaus zu wachsen? Dieses unerschöpfliche Potenzial wird bislang nicht mal ansatzweise abgerufen und würde auf diesem Weg manch stumpfsinnige Unterrichtsstunde überflüssig machen und unsere Wirtschaft ohne jeden ermüdenden Kraftakt sprunghaft nach oben explodieren lassen.

 

Ein weiteres Beispiel dürfte uns das bisherige Versäumnis vor Augen führen, wie fatal sich die unzureichende Förderung der individuellen Talente und Fähigkeiten junger Menschen auf uns alle und im Besonderen auf unsere Kinder auswirkt. Wie z.B. wenn sich persönlichkeitsgeschädigte Schulabgänger, in Ermangelung alternativer Kenntnisse, dazu entschließen, den vermeintlich unantastbaren Lehrberuf zu ergreifen. 

 

Diese jungen Menschen erfahren oft erst jenseits ihrer theorielastigen Lehramtsausbildung, dass der Lehrberuf bei weitem nicht mit der Allmacht und KritikImmunität verbunden ist, wie dies aus Sicht von Schülern/innen oft fälschlicherweise vermutet wird.

 

Nein, Lehrkräfte sind in Wahrheit ziemlich arm dran, die sich jeden Tag aufs Neue als Einzelkämpfer den gegensätzlichen Kräften und Erwartungen gegenüber Schülern/innen, Eltern und Vorgesetzen behaupten müssen. Damit wären auch die  auffallend oft mimosenhaften und besserwisserisch heischenden Abwehrreaktionen der Lehrer/innen erklärlich, wenn sie mit banalen Fragen konfrontiert werden. Denn welche Lehrkraft weist, über die reinen Studienzeiten hinaus, schon die reichhaltige und praktisch orientierte Lebenserfahrungen auf, um auf umfassende Fragen, fundierte Antworten geben zu können, wie sie indes aus Schülersicht erwartet werden?

 

Zudem birgt gerade die Wahl zum Lehrberuf für deren zukünftige Schulkinder erhebliche Risiken. Denn sollte eine Lehrkraft erst jenseits der Ausbildungszeit bemerkt haben, dass ihr aufgrund fehlender Begeisterungsfähigkeit der Zugang zu Kindern fehlt, oder sie einfach keine Genugtuung in ihrer Tätigkeit als "ministerielle Erfüllungsgehilfin" findet und gegen eigene Überzeugungen arbeiten müsste, dann dürfte es solch einer Lehrkraft außerordentlich schwer fallen, ihrer stolzen Verwandtschaft erklären zu müssen, warum sie die Privilegien einer sicheren und gut bezahlten Beamtenstelle aufgeben sollte. Hinzu kommen finanzielle Unwägbarkeiten, oder gar familiäre Verpflichtungen, die einer beruflichen Neuorientierung im Wege stehen.

 

Am Ende sind die meisten Lehrkräfte aus nachvollziehbaren Gründen doch eher gezwungen, ihren ungeliebten oder stressigen Lehrberuf weiter auszuüben und es bedarf wohl keiner ausschweifenden Erklärungen, wie sich die Frustration derart unmotivierter Lehrkräfte auf unsere zu unterrichtenden Kinder auswirkt.

 

Gleiches trifft auf alle anderen Berufsgruppierungen zu, insbesondere jener Menschen, die aufgrund ihrer erzielten Abschlussnoten nicht einmal mehr eine Wahl ihrer beruflichen Orientierung haben, sondern gezwungen werden, das Erstbeste annehmen zu müssen, was ihnen als Berufsausbildung angeboten wird. 

 

In all diesen Fällen treffen hier zwei besonders schwerwiegende Komponenten einer verheerenden gesellschaftlichen Breitenwirkung aufeinander, mit allen manifestierten Anerkennungsdefiziten, die uns mit der rastlosen Gier nach ständigem "mehr – weiter – höher und teurer", kaum mehr zur Ruhe kommen lässt.

 

Wir verlieren uns so sehr damit, unsere verletzten Seelen mit vermeintlichen Statussymbolen von Macht, Schönheit und Ansehen zu bepflastern, um darüber die Pflege der weit wichtigeren Sozialverbundenheit unserer umgebenden Menschen wie Verwandtschaft, Nachbarn, Arbeitskollegen und dergleichen zu verlieren. Ist doch so, dass wir immer weniger Zeit füreinander haben, obwohl uns seit der industriellen Revolution so viel Freizeit wie nie zuvor zur Verfügung steht.

 

Noch nicht einmal für die eigenen Kinder bleibt mehr Zeit, die wir vermeintlicher Notwendigkeiten wegen, immer früher und länger in fragwürdige Betreuungseinrichtungen unterbringen und abends, der anspruchslosen Fernsehunterhaltung oder dem PC-Konsum überlassen. Hier windet sich bereits eine erste Spirale, mit der wir die Hypothek der eigenen Anerkennungsdefizite frühzeitig auf unsere Kinder übertragen, wenn wir ihnen - der eigenen Bequemlichkeit wegen - kaum mehr für ihre berechtigten Fragen und spielerischen Bedürfnisse zur Verfügung stehen und sie somit frühzeitig demütigende Zurecht- und Zurückweisungen erfahren lassen. 

Damit nicht genug, werden Kinder zusätzlich mit der zweiten verheerenden Komponente jener frustbeladenen Mütter und Väter konfrontiert, die in ungeliebten, unterbezahlten oder konkurrenzreichen Berufsbereichen mit hohem Stresslevel tätig sind und selbst darin kaum bis gar keine anerkennende Wertschätzung erfahren. Deren Frustpotenzial, egal ob bei armen oder reichen Eltern, schlägt sich meist sprichwörtlich mit verbaler aber auch physischer Gewalt auf deren Kinder nieder.

 

Da wir kaum noch über verwandtschaftlichen Rückhalt verfügen, über den zumindest früher Menschen im gemeinsamen Gespräch ihren Frust von der Seele luden, sind wir heute zunehmend gezwungen, unseren Ärger im Stillen hinunterzuschlucken. Nur ist bekanntlich irgendwann mal jedes Fass bis zum Überlauf voll, bis uns im wahrsten Sinne des Wortes der berüchtigte Kragen platzt. Nur bekommen das weniger unsere Mitmenschen, als vielmehr die eigenen Kinder als schwächste Glieder unserer Gesellschaft zu spüren, wenn sich überschäumender Frust sein befreiendes Ventil sucht. 
Die Statistiken der zurückliegenden Jahre sprechen hierzu eine eindeutige Sprache.

 

So sterben in unserem reichen und vermeintlich so aufgeklärten Land wöchentlich 2-3 Kinder an den Folgen familiärer Vernachlässigungen und meist überforderungsbedingten Misshandlungen, wie auch erweiterten Suiziden durch hochgradig gereizte oder vermeintlich perspektivlose Mütter und Väter, wobei physische und psychische Misshandlungen im Verborgenen hinter "gutbürgerlichen" Fassaden, es Kinder aller bürgerlichen Schichten trifft.  Es ist mithin nicht nur ein Phänomen vermeintlich bildungsferner Schichten.

 

Richtig ist hingegen, dass Kindesmisshandlungen oder deren Vernachlässigung in bessergestellten Kreisen dank guter Vernetzung untereinander länger und geschickter verschleiert werden. Siehe dieses tragische Beispiel. Wobei allen Kindern gleich ist, sich ihrer Misshandlungen aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten kaum oder zumindest erst viel zu spät bewusst zu werden, um sie vor tiefgreifenden Folgeschäden zu bewahren.

 

Somit wird vielleicht auch die paradoxe Situation der zurückliegenden Jahre verständlich, die zeigt, dass trotz langanhaltend sinkender Geburtenraten (zuletzt wieder ansteigend) und stetig intensivierter Präventivmaßnahmen, dennoch bis heute ständig mehr Kinder zu ihrem eigenen Schutz vor ihrem familiären Umfeld in staatliche Obhut (= Heim- oder Pflegelternzuweisungen) genommen werden mussten. Zuletzt (2015) traf dieses traumatische Schicksal bereits weit über 50.000 Kinder und Jugendliche.

                                               Geburten

                                                  Inobhutnahmen

 

Hinzu kommen jährlich über 100.000 Noteinsätze, um auf ambulantem Wege erforderliche  Familienhilfen zu leisten.

 

Diese betroffenen Kinder, die nur als winzige Spitze unserer gesellschaftlichen Verelendung auftauchen, wurden hier bereits weithin sichtbar in ihrer Persönlichkeitsentwicklung geschädigt oder gar zu Tode misshandelt, an deren Ursachen unser destruktives Bildungswesen maßgeblich mitbeteiligt ist.

 

Wer glaubt, selbst nicht geschädigt zu sein, oder selbst niemanden Böses angetan zu haben, ist dennoch von den angesprochenen Widrigkeiten betroffen und zwar massiv, weil uns allein die Folgekosten von Anerkennungsdefiziten immense Summen an Steuer- und Sozialabgaben, aber auch unsere Gesundheit kosten. 

 

In einer beindruckenden Traumfolgen-Kostenstudie (2012) wurden die in unserem Land zusammen-gefassten  Aufwendungen zur Behandlung  traumatisierter Kinder auf sage und schreibe über 11 Milliar-
den Euro jährlich beziffert.
Darin sind nicht einmal ansatzweise jene Kosten eingerechnet, die sich als „normale“ Folgen unserer unsachgemäßen Behandlung von Kindern ergeben.  

 

Des Weiteren ist auch die überwiegende Mehrheit aller Straftaten als Folge von Anerkennungsdefiziten und mangelndem Selbstbewusstsein zurückzuführen. Straftaten, die überwiegend von Menschen verübt werden, die zu wenig Gelegenheit bekamen, um eine selbstgenügsame Persönlichkeit zu entwickeln. Nun wird deswegen sicher nicht gleich jeder kindheitsgeschädigte Mensch kriminell, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich einst zurückgewiesene Personen später kriminellen oder ideologisch fragwürdigen Randgruppen anschließen, ausgesprochen hoch, um innerhalb solch konspirativer Kreise jene verbindende Anerkennung  zu erhalten, die ihnen zuvor verwehrt blieb.

 

Siehe das Beispiel Uwe Böhnhardt (Ein Neo-Nazi, dem bis zu 10 ausländerfeindlich motivierte Morde zur Last gelegt wurden)
In einem Gerichtsprozess sagte seine Mutter, (selbst früher als Lehrerin tätig):

 

Und so berichtet Brigitte Böhnhardt davon, wie Uwe ab der 5. Klasse "Probleme bekam", wie er in der 6. sitzen blieb, und wie dann, nach der Wende, "die Klassen auseinander gerissen wurden". Das, was dann geschieht, schildert die Mutter als Folge dieser Entwurzelung: Förderschule, Schwänzen, Kinderheim, Schwänzen, dann die ersten Diebstähle, Prügeleien und schließlich, mit 15, die erste, viermonatige Haftstrafe, im Gefängnis Hohenleuben. "Wir waren am Ende, wussten nicht weiter", sagt Brigitte Böhnhardt. Überall sei sie gewesen, in den Schulen, bei den Behörden, in den Gerichtsverhandlungen. Nirgendwo habe man ihr geholfen.
(Text wurde der Thüringer Allgemeinen entnommen)

 

In ähnlicher Weise trifft so eine Entwicklung in umgekehrter Richtung nicht minder folgenschwer auf viele Missbrauchsopfer zu, deren Täter/innen häufig nur ein wenig freundlichen Zuspruch benötigen, um seelisch zu kurz gekommene, oder auf strikten Gehorsam getrimmte Kinder/Jugendliche für ihre übergriffigen Verbrechen zu beherrschen.

 

Aber sind nicht auch all jene Menschen von Anerkennungsdefiziten betroffen, die sich später mit asozialer Habgier hervortun, indem sie z.B. unserer staatlichen „Solidargemeinschaft“  ihren  angemessenen Steueranteil vorenthalten, oder sich als Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern als gierige Ausbeuter/innen erweisen, die jedes Gespür dafür verloren haben, wann genug genug ist?

 

Es besteht demnach eine nicht enden wollende Spirale an seelischen Verletzungen, die unseren Kindern in erheblichem Maße in der Entfaltung ihrer eigenständigen Persönlichkeit beeinträchtigt, die sie gesamtgesellschaftlich behindert, ihre eigenen Talente und Fähigkeiten zu einer wegweisenden und damit selbstgenügsamen Berufung als erwachsene Persönlichkeiten zu entwickeln.

 

Wir alle bezahlen für die bildungspolitischen Versäumnisse und selbstverliebte Ignoranz unserer politischen Machthaber/innen Unsummen zur Kriminalitätsbekämpfung, Justiz- Gefängnisverwaltung, Gesundheitswesen bis hin zu ultimativen kriegerischen Konflikten, die häufig genug ebenfalls durch anerkennungs- bzw. machtversessene Politiker/innen, wie auch von wirtschaftsbeherrschenden Personen vom Zaun gebrochen werden, die ihre Betätigungsumfelder misstrauisch kontrollieren, ob und wer etwas an der eigenen Person oder beruflichen Position zu kritisieren hat. Denn mit Unsicherheit  und Misstrauen wächst indes nicht nur die Distanz untereinander, sondern oft genug werden Gesprächsinhalte oder Verhaltensweisen derart fehlinterpretiert, um daraus gleich ganze Flächenbrände (Völkerkriege) zu entfachen.

 

Es wäre müßig, hier zu versuchen alle Folgeschäden aufzulisten, die aus unserem wenig erfreulichen Bildungswesen hervorgehen. Das Buch "Bildungsnot" enthält zu diesem breiten Themenkomplex noch wei mehr Detailinformationen, die hier noch nicht oder allenfalls am Rande angeschnitten wurden. Die hier dargelegten Aspekte zeigen aber bereits, dass die Liste der Folgeschäden zu lang, zu teuer, ja einfach zu verhängnisvoll für jedes einzelne Kind als auch gesamtschädigend ausfällt, um diese Zustände weiterhin unwidersprochen zu tolerieren.

 

Deshalb gilt an alle Mitlesenden und Interessierten der Appell, heute ein klein wenig Ehrgeiz zu entwickeln, um für unsere Kinder von Morgen einzustehen, damit wenigstens ihnen die Chance gegeben wird, sich freiheitlich zu eigenständigen und in sich ruhenden Persönlichkeiten zu entwickeln.

 

Auf der anschließenden Seite unter: „Ideen für Morgen“, erfahren Sie mehr über erste Schritte, die uns gemeinschaftlich weiterbringen, so auch zukunftsweisende Ideen, mit denen Kindern wieder die natürliche Freude am entdeckenden Lernen ermöglicht wird und sie in spielerischer Weise  begreifen lernen, wofür vorhergehende Kindergenerationen sich noch freudlos durch lebensfremden Unterrichtsstoff quälen bzw. nutzlose Leistungsnachweise erbringen mussten.



Lernen geht viel entspannter. Doch schauen und überzeugen Sie sich bitte selbst. Und damit Sie nicht so schnell vergessen, weshalb es sich für uns und unsere künftigen Kinder- /Gesellschaftsgenerationen lohnt, sich ein wenig für unser aller Zukunft einzusetzen, hier noch einmal etliche Negativpositionen im Überblick.

 

  • Benachteiligung durch undifferenzierte Einschulung.
  • Benachteiligung durch teils erhebliches Leistungsgefälle.
  • Gruppenzwänge
  • Den Willkürlaunen von einsam agierenden Lehrkräften ausgeliefert.
  • Chancenlos gegenüber unmotivierten oder übereifrigen Lehrkräften .
  • Keine Mitbestimmung über was, wie, wann, wo, mit wem etwas erlernt wird.
  • Ignoranz gegenüber persönlichen Bedürfnissen und Wünschen von Schüler/innen.
  • Lehrinhalte weitgehend ohne Bezug zur Realität.
  • Inhalte zusammenhanglos und ohne fächerübergreifende Verzahnung
  • Abrupter Interessenabbruch durch ständige Stunden- und Raumwechsel
  • Zu große, zu enge, zu laute, zu stickige, zu ungemütliche Räume.
  • Demotivierende Zurückweisungen bei Nachfragen.
  • Demotivation durch abwertende Benotungen
  • Notenbewertungen – fehlt teils objektive Grundlage.
  • Leistungsstress durch allgegenwärtige Erwartungshaltungen.
  • Fehlende Lebenserfahrung bezüglich Berufsauswahl.
  • Zu viele Leistungstests in kurzer Zeit, z.B. vor Ferien.
  • Teils zu große Einzugsgebiete/ lange An-/Abfahrten
  • Durch Nachmittagsunterricht mangelnde Sozialbindungen
  • Durch Leistungsvergleiche erzeugtes Konkurrenzgebaren bis hin zum Mobbing
  • Trägt erheblich zu Anerkennungsdefiziten und deren nachgeordneten Folgen, wie Kriminalität, Suchtverhalten, Habgier, Konsumzwängen bei.
  • Trägt zur Mutlosigkeit - Unzufriedenheit, Depressionen und letztlich zu Überforderungen und Gewalt gegen eigene Kinder bei.
  • Verursacht in und außerhalb der Schulen durch erhebliche Frustrationen kostenträchtige Vandalismus-Schäden.
  • Verhindert im Berufsleben innovative Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
  • Trägt zur Auflösung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei.
  • Bringt stressgepeinigte Kinder/Jugendliche durch Suizide um. (Im Durchschnitt nehmen sich etwa 250 Kinder/Jugendliche jährlich das Leben. Nicht immer schulstressbedingt, aber sicher aus mangelnder Befähigung von Problembewältigungen)
  • Kaum belebende Weiterentwicklungen möglich, da unseren Bildungsverantwortlichen die Flexibilität fehlt, aus Alternativen zu lernen oder deren positive Erfahrungen in Regelschulen einfließen zu lassen. 

     

       schaf 4

 

                           Vielfalt statt Einfalt - wäre eine echte Augenweide.